„Es ist doch etwas Großes um unser Schloß, und Du gehörst ihm an!“

Anlässlich des 100-jährigen Bestehens des „Schlösserbundes“ zeigt das Bürger Museum eine neue Ausstellung im Bürgerarchiv

30. August bis 29. September 2019

PM AusstellungseröffnungSchlösserbund Einladungskarte

Der Schlösserbund e.V. Wolfenbüttel feiert sein Jubiläum zum 100-jährigen Bestehen. Aus diesem Grund zeigt das Bürger Museum vom 30. August bis 29. September 2019 eine Ausstellung im Bürgerarchiv. Die Vitrine wurde mit Exponaten bestückt, die das Wirken und die lange Geschichte des Vereins abbilden. Zu sehen sind historische Unikate wie ein Gästebuch mit Einträgen aus dem späten 19. Jahrhundert oder Zeugnisse des Schulalltags wie Häkelproben einer Schülerin aus den 50er Jahren. Auch die Arbeit hinter den Kulissen wird mit fast 100 Jahre alten Ausstellungsstücken der Vereinsverwaltung dargestellt.

Am 27./28. September 1919 fand in den Räumen des Wolfenbütteler Schlosses der erste „Schlössertag“, die Zusammenkunft ehemaliger Schülerinnen der Schloßanstalten, statt. Mit der Gründung des „Bundes ehemaliger Schloßschülerinnen“ erreichten die Feierlichkeiten ihren Höhepunkt.

Die Schlossanstalten befanden sich in diesen Jahren in schwierigen Zeiten. 1866 gegründet als privates Erziehungsinstitut, waren sie unter der Leitung Anna Vorwerks in den folgenden Jahrzehnten zu einer großen und weitverzweigten Bildungs- und Ausbildungsstätte für Mädchen und Frauen geworden. Mit Beginn der Inflation nach dem Ende des Ersten Weltkrieges wuchsen die wirtschaftlichen Schwierigkeiten der Privatanstalt, 1923 übernahm die Stadt Wolfenbüttel die Töchterschule.

Der „Bund ehemaliger Schloßschülerinnen“ war darauf ausgerichtet, Altes zu bewahren, Stabilität zu geben und Traditionen zu pflegen. So sprang der „Schlösserbund“ bis 1930 als Veranstalter der Weihnachtsfeiern ein und ersetzte mit dem „Schlössertag“ die früher von der Schule ausgerichteten und so beliebten Feiern und Festveranstaltungen.

Durch die Mitgliedsbeiträge, Spenden und Eintrittsgelder von Veranstaltungen wie dem alljährlichen „Schlössertag“ organisieren sich die Einnahmen des Bundes. Aus diesen wurden regelmäßig Beträge für das Vereinsblatt, das Feierabendhaus oder bedürftige Lehrerinnen geleistet, auch die Pflege des Grabes Anna Vorwerks, Begründerin der Schlossschule, wurde vom „Schlösserbund“ übernommen.

Natürlich hatte der „Schlösserbund“ auch weiterhin regen Anteil am Schulleben, das er mit unterschiedlichen Aktionen und Unterstützungen förderte: 1969 wurde der Nixenbrunnen gestiftet, der vielen Schülerinnen und Schülern in Erinnerung ist. Bis heute unterstützt der „Schlösserbund“ das Gymnasium im Schloss kontinuierlich mit Geschenken und Zuwendungen. Wie vor 100 Jahren informiert der „Schlösserbund“ seine Mitglieder in den Blättern aus dem Schlosse. Zweimal jährlich wird hier über den Verein und das Schulleben berichtet. Und auch der „Schlössertag“ findet immer noch jährlich im September statt, allerdings heute wieder im Wolfenbütteler Schloss.

Bürger Museum
Prof.-Paul-Raabe-Platz 1
38 304 Wolfenbüttel
05 33 1 / 86 377
museum@wolfenbuettel.de
Geöffnet: Dienstag – Sonntag, 10 – 17 Uhr

“Wege zu Fontane”

Vortragsreihe “Geschichte im Schloss” / Sommersemester 2019

Titelbild Geschichte im Schloss_2019 Sommersemester-001

Aus Anlass des 200. Geburtstages Theodor Fontanes setzen das Schloss Museum Wolfenbüttel und das Institut für Geschichtswissenschaft der TU Braunschweig ihre gemeinsame Vorlesungsreihe „Geschichte im Schloss“ im Sommersemester 2019 zu Leben und Werk des berühmten Romanciers, Lyrikers und Chronisten seiner Zeit fort. „Wege zu Fontane“ einzuschlagen, bedeutet dabei vor allem, Schlüsselprobleme der preußischen, deutschen sowie europäischen Geschichte der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts aus einer originellen literarisch-kritischen Perspektive zu vergegenwärtigen. Fontane war als „unmoderne Persönlichkeit mit unglaublich modernen Ansichten“ (Alfred Kerr) sowohl reflektierender Zeuge als auch populärer Repräsentant einer Umbruchzeit zwischen Alt und Neu. Fontanes Frauenporträts, seine Arbeitstechniken und seine Darstellungsformen werden in der Vorlesungsreihe genauso zum Thema gemacht wie sein Blick auf die bürgerliche Gesellschaft des Deutschen Kaiserreichs nach 1871.

Das Programm

Dienstag, 14. Mai 2019, 19 Uhr
Gerade dadurch sind sie mir lieb.
Theodor Fontanes Frauen.
Dr. Christine von Brühl, Berlin

Dienstag, 21. Mai 2019, 19 Uhr
„Schneiden, Kleben und Skizzieren –
Theodor Fontanes Notizbücher und die
Entstehung der „Wanderungen durch
die Mark Brandenburg“.
Dr. Gabriele Radecke, Göttingen

Dienstag, 4. Juni 2019, 19 Uhr
Fontanes jüdische Welt.
Ressentiment und Reflexion.
Prof. Dr. Thomas Brechenmacher, Potsdam

Dienstag, 18. Juni 2019, 19 Uhr
„Alles steht ein drittes Mal im Felde,
so denn auch wir“ – Theodor Fontane
und der Deutsch-Französische Krieg
1870/71.
Prof. Dr. Tobias Arand, Ludwigsburg

Dienstag, 2. Juli 2019, 19 Uhr
„Hier unten liegt Bismarck irgendwo“.
Fontanes Geschichtspoesien.
Prof. Dr. Matthias Steinbach, Braunschweig

Parkmöglichkeiten bestehen auf dem Parkplatz Alte Spinnerei, Am Seeligerpark 1, 38304 Wolfenbüttel

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Schlossblicke – Ausstellung im Schloss Wolfenbüttel vom 14. Dezember 2018 bis 29. April 2019 (verlängert)

Schloss 60er. Foto Museum Schloss Wolfenbüttel

Tausendfach schmückt und ziert die Schlosssilhouette Gemälde, Stiche, Fotografien oder Tassen, unzählige Hochzeitspaare ließen sich vor der Schlosskulisse ablichten und wohl kein Tourist dieser Region verzichtet auf ein Selfie vor herrschaftlichem Hintergrund. Wie hat sich der Blick auf die ehemalige Welfenresidenz gewandelt und wofür steht das Schloss heute?

In der Ausstellung Schlossblicke präsentiert das Schloss Museum Wolfenbüttel Bilder, Episoden, Kuriositäten und Geschichten von und aus dem Wolfenbütteler Schloss. Zahlreiche, zum Teil erstmalig ausgestellte Originalobjekte zeigen das bewegte Schlossleben und vermitteln neue Einsichten in die Jahrhunderte alte Schlossgeschichte. Besonders ist, dass die Schautafeln und -vitrinen zum Teil in die bestehende Dauerausstellung des Schloss Museums integriert sind.

Am Ostersonntag, 21. April 2019, findet eine öffentliche Führung durch die Ausstellung statt (Beginn: 15 Uhr). 

Ausstellung im Schloss Museum Wolfenbüttel
Dezember 2018 bis 29. April 2019

Öffnungszeiten
Dienstag – Sonntag
10 – 17 Uhr
Montag geschlossen

Schloss Museum Wolfenbüttel
Schlossplatz 13
38304 Wolfenbüttel
0 53 31/ 92 46 0
schlossmuseum@wolfenbuettel.de
www.schlosswolfenbuettel.de

Von Richard Löwenherz` Brathendl bis Marco Polos Testament – Die Vortragsreihe „Geschichte im Schloss“

Unbenannt

 

Die Vortragsreihe „Geschichte im Schloss“ ist ein Kooperationsprojekt zwischen dem Museum Wolfenbüttel und dem Institut für Geschichtswissenschaft der TU Braunschweig. Mit Hilfe besonderer Gegenstände und Zeitdokumente gewähren im Wintersemester 2018/19 sieben Historiker aus ganz Deutschland neue Einblicke in die Biographien berühmter aber auch weniger bekannter Figuren der europäischen Geschichte und in große historische Ereignisse.

Das Programm

Donnerstag, 1. November 2018, 19 Uhr
Richard Löwenherz und das Wiener Brathendl
Das höchste Lösegeld des Hochmittelalters
Prof. Dr. Bernd Schneidmüller, Heidelberg

Dienstag, 13. November 2018, 19 Uhr
Der Prachtcodex des Kaisers
Ein senatorischer Entwurf für die Christianisierung der spätantiken Monarchie
Prof. Dr. Johannes Wienand, Braunschweig

Dienstag, 27. November 2018, 19 Uhr
Schachmatt
Herzog Augusts Spielfiguren im Spiegel der Kulturgeschichte
PD Dr. Stefan Laube, Berlin/Wolfenbüttel

Dienstag, 11. Dezember 2018, 19 Uhr
Marco Polos Testament
Seide, Moschus, ein Reisepass und die Erinnerung an China
Prof. Dr. Folker Reichert, Heidelberg

Dienstag, 8. Januar 2019, 19 Uhr
Der eiserne Stuhl der Anna Maria Ziegler
Leben und Sterben in der Alchemie
PD Dr. Ute Frietsch, Wolfenbüttel

Dienstag, 22. Januar 2019, 19 Uhr
Zum Wohle des Fürstentums!
Der Biersteueraufschlag des Herzogs
Sebastian Mönnich, Wolfenbüttel

Dienstag 29. Januar 2019, 19 Uhr
Das ‘rote Tuch’ für den ‘gallischen Stier’?
Die ‘Emser Depeche’ wird überschätzt
Prof. Dr. Tobias Arand, Ludwigsburg

Ort: Oberes Foyer, Schloss Wolfenbüttel

Es lebe die Republik! Die frühen Weimarer Jahre in Wolfenbüttel

Ausstellung im Schloss Museum Wolfenbüttel 25. Mai 2018 bis 2. September 2018

MW_Kommunistischer Demonstrationszug Lange Hzg.Straße WF_Herbst 1918

 

Das Jahr 1918 markiert nicht nur das Ende des Ersten Weltkrieges. Mit dieser  Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts, dem ersten totalen Krieg der Menschheitsgeschichte, endet auch die Geschichte des Deutschen Kaiserreichs und des Herzogtums Braunschweig-Lüneburg. Die traditionellen Herrschafts- und Gesellschaftsordnungen werden nicht nur in Frage gestellt, sie gehen unter. Das bürgerliche Zeitalter hat ein für alle Mal ausgedient, die Monarchie dankt ab und die Republik wird ausgerufen.

Die Weimarer Republik steht für die erste parlamentarische Demokratie in Deutschland  und für eine Ära technischen Fortschritts. Das Frauenwahlrecht, das Bauhaus in Weimar und das Automobil spiegeln den sozialen Wandel, die neue Freiheit, die Experimentierfreude und den Ideenreichtum dieser Jahre wider. Die zwanziger Jahre sind aber auch geprägt von wachsendem Radikalismus und politischen Morden, der Hyperinflation und schließlich der Weltwirtschaftskrise.  Die Epoche beginnt am 9. November 1918 mit der Ausrufung der Republik und endet mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933. Es ist ein Jahrzehnt zwischen Lebenslust und Wirtschaftskrise, Depression und kreativer Erneuerung, Jahre zwischen oberflächlichem Glanz und tiefem Elend. Jede Gewissheit ist zerstört – politisch, wirtschaftlich und gesellschaftlich.

Mit der Ausstellung Es lebe die Republik!  – Die frühen Weimarer Jahre in Wolfenbüttel blickt das Museum Wolfenbüttel auf die Zeit 1918 bis 1926, in der die junge deutsche Republik noch nicht zum Scheitern verurteilt war. Wie vollzieht sich der Wandel von der Kriegsgesellschaft im Herzogtum zur Friedensgesellschaft im Freistaat Braunschweig? Wie verändert sich das Leben in einer bürgerlichen Kleinstadt, sind die zwanziger Jahre auch in Wolfenbüttel wild und golden?

Mit zahlreichen bisher noch nicht gezeigten Originalobjekten – auch aus privaten Sammlungen – wirft die Ausstellung einen Blick auf diese Zeit des Aufbruchs und Umbruchs zwischen Krieg und Extremismus in Wolfenbüttel.

Ausstellungsbegleitend erscheint die Publikation  Es lebe die Republik!  – Die frühen Weimarer Jahre in Wolfenbüttel, die in Zusammenarbeit mit dem Verein Kulturstadt Wolfenbüttel e.V. entstand.

Öffnungszeiten
Dienstag – Sonntag 10 – 17 Uhr
Montag geschlossen

Schloss Museum Wolfenbüttel
Schlossplatz 13
38304 Wolfenbüttel
0 53 31/ 92 46 0
schlossmuseum@wolfenbuettel.de
www.schlosswolfenbuettel.de

Geschichte im Schloss

Sommersemester 2018

Biografien in Objekten und Selbstzeugnissen

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Die Tasche des Staatssekretärs, das Opernglas der Herzogin, das Parteibuch des Ministerpräsidenten – Geschichte und Geschichten existieren im Kleinen und Persönlichen und taugen dabei zum Anfassen und (Be)greifen. Das scheinbar Antiquarische ist aber nicht spielerischer Selbstzweck, sondern öffnet den historischen Raum um Objekte und Selbstzeugnisse, vermag, wie in einem Brennglas, Ereignisse, Prozesse und natürlich Biografien zu erhellen. Aus drei Anekdoten, so meint Nietzsche, sei es möglich, “das Bild eines Menschen zu geben”. Dinge des alltäglichen Gebrauchs können dafür einen wunderbar einfachen Zugang und eine überaus spannende Verdeutlichungsmaterie bieten.

Lit. N. MacGregor, Eine Geschichte der Welt in 100 Objekten, München 2011.

Dienstag, 15. Mai, 19 Uhr
Der Zahnstocher des Geheimrats
Paul Fridolin Kehr: Forscher, Machtmensch und Klingelbeutelgenie
Prof. Dr. Folker Reichert, Heidelberg

Donnerstag, 24. Mai, 19 Uhr
Der Schreibtisch des Unternehmers
Ausstellungseröffnung
Dr. Sandra Donner, Wolfenbüttel

Dienstag, 5. Juni, 19 Uhr, Renaissance Saal
Die Urkunde des Führers
Adolf Hitler – ein braunschweigischer Staatsangehöriger
Prof. Dr. Ulrich Menzel, Braunschweig

Dienstag, 19. Juni 2018, 19 Uhr, Renaissance Saal
Der Stuhl mit vielen Besitzern
Die Sammlungen der Welfen nach dem Ende der Monarchie
Dr. Ulrike Sbresny, Braunschweig

Dienstag, 3. Juli, 19 Uhr
Das Russischzeugnis des Strafrichters
Roland Freisler als “alter Bolschewik”?
Prof. Dr. Matthias Steinbach, Braunschweig

Geschichte ist nicht nur historischer Ablauf, sondern steht auch für die Betrachtung des Geschehenen im Gedenken, Erzählen und Deuten. Geschichte ist kein abgeschlossenes Kapitel der Vergangenheit, sondern prägender Einfluss und wichtige Orientierung für Gegenwart und Zukunft.

„Geschichte im Schloss“ ist eine Veranstaltungsreihe des Museums Wolfenbüttel
in Zusammenarbeit mit dem Institut für Geschichtswissenschaft der TU Braunschweig.
An historischem Ort, dem Wolfenbütteler Schloss, soll über Geschichte berichtet, diskutiert oder gestritten werden.

Bürger Museum

Teil I – Die Weimarer Republik (1918–1933)

2017 / 2018

Titelbild

Erster Weltkrieg, Drittes Reich, Nachkriegszeit, Kalter Krieg. Über diese Zeitepochen deutscher Geschichte wurden in den vergangenen Jahrzehnten viele Monografien publiziert. In geringerer Zahl legten Historiker, auch aufgrund der Komplexität des Themas, Werke zur nicht weniger spannenden, zudem für die zukünftige Weltpolitik entscheidenden Epoche der Weimarer Republik vor. Regional- und lokalgeschichtliche Forschungsarbeiten zu diesem Zeitabschnitt sind selten.

Mit einer zweiteiligen Vortragsreihe und einer Arbeitsgruppe widmet sich das Bürger Museum den Jahren 1918– 1933, die eine neue Zeit widerspiegelten, jedoch am Ende durch Krisen bestimmt waren, in der Stadt Wolfenbüttel und im Freistaat Braunschweig.

Im Herbst 2017 rief das Bürger Museum Wolfenbüttel eine Vortragsreihe zur Regionalgeschichte ins Leben. Durch Vorträge zur Weimarer Republik, zur NS-Zeit / Nachkriegszeit und weiteren Zeitabschnitten sollen nacheinander wichtige Epochen der Regional- und der Stadtgeschichte Wolfenbüttels erhellt und neue Erkenntnisse gewonnen werden.  Eine Arbeitsgruppe trifft sich regelmäßig, um die Stadtgeschichte Wolfenbüttels zu erforschen.

Dienstag, 17. Oktober, 19 Uhr – Empore des Bürger Museums
„Wie wurde die NSDAP die Hitlerpartei?“
Prof. Dr. Gerhard Schildt, Braunschweig

Dienstag, 24. Oktober, 19 Uhr – Empore des Bürger Museums
„Krisenjahre der Demokratie
Das Land Braunschweig 1918 bis 1923“
Dr. Hans-Ulrich Ludewig, Braunschweig

Mittwoch, 01. November, 19 Uhr – Empore des Bürger Museums
Erstes Treffen der Arbeitsgruppe zur Erarbeitung der Stadtgeschichte in der Weimarer Republik

Dienstag, 13. März, 19 Uhr – Empore des Bürger Museums
Bestehen im kirchenfernen Staat: Wolfenbütteler Kirchengemeinden in der Weimarer Zeit
Birgit Hoffmann, Braunschweig

Dienstag, 22. März, 19 Uhr – Empore des Bürger Museums
1922 – Hitlers Helfer in Norddeutschland
Die NSDAP-Ortsgruppe in Wolfenbüttel
Markus Gröchtemeier, Braunschweig

Dienstag, 27. März, 19 Uhr – Empore des Bürger Museums
Präsentation der Ergebnisse der Arbeitsgruppe Wolfenbütteler Stadtgeschichte in der Weimarer Republik

Jetzt muss der Geist von Weimar, der Geist der großen Philosophen und Dichter wieder unser Leben erfüllen.
Friedrich Ebert

Alle Weltverbesserung ist Utopie.
Walther Rathenau

Geschichte im Schloss

Wintersemester 2017/ 2018

Biografien in Objekten und Selbstzeugnissen

Titelbild Flyer 170831_WFBT_SM-Themenflyer_4-Seiter-001

Die Tasche des Staatssekretärs, das Opernglas der Herzogin, das Parteibuch des Ministerpräsidenten – Geschichte und Geschichten existieren im Kleinen und Persönlichen und taugen dabei zum Anfassen und (Be)greifen. Das scheinbar Antiquarische ist aber nicht spielerischer Selbstzweck, sondern öffnet den historischen Raum um Objekte und Selbstzeugnisse, vermag, wie in einem Brennglas, Ereignisse, Prozesse und natürlich Biografien zu erhellen. Aus drei Anekdoten, so meint Nietzsche, sei es möglich, “das Bild eines Menschen zu geben”. Dinge des alltäglichen Gebrauchs können dafür einen wunderbar einfachen Zugang und eine überaus spannende Verdeutlichungsmaterie bieten.

Lit. N. MacGregor, Eine Geschichte der Welt in 100 Objekten, München 2011.

Dienstag, 14. November, 19 Uhr – Schloss Wolfenbüttel
Die Tasche des Staatssekretärs
Clemens von Delbrück – ein preußischer Tory
Prof. Dr. Matthias Steinbach, Braunschweig / Dr. Uwe Dathe, Jena

Dienstag, 21. November, 19 Uhr – Schloss Wolfenbüttel
Der Bleistift des Entdeckers
Oscar Baumann – Afrikaforscher aus Wien
Sven Ballenthin , Gotha

Dienstag, 12. Dezember, 19 Uhr – Schloss Wolfenbüttel
Das Opernglas der Herzogin
Viktoria Luise – eine Landesmutter ohne Land
Dr. Sandra Donner, Wolfenbüttel

Dienstag, 9. Januar, 19 Uhr – Schloss Wolfenbüttel
Der Abschiedsbrief des Feldmarschalls
Wilhelm Keitel – Hitlers subalterner Krieger
Benedikt Einert, Braunschweig

Dienstag, 16. Januar, 19 Uhr – Schloss Wolfenbüttel
Das Parteibuch des Ministerpräsidenten
Otto Grotewohl – ein Politiker und seine Prinzipien
Dr. Brage Bei der Wieden, Wolfenbüttel

Dienstag, 30. Januar, 19 Uhr – Schloss Wolfenbüttel
Die Schreibmaschine des Philosophen
Friedrich Nietzsche – der Denker ohne Arbeitszimmer
Prof. Dr. Matthias Steinbach, Braunschweig

Geschichte ist nicht nur historischer Ablauf, sondern steht auch für die Betrachtung des Geschehenen im Gedenken, Erzählen und Deuten. Geschichte ist kein abgeschlossenes Kapitel der Vergangenheit, sondern prägender Einfluss und wichtige Orientierung für Gegenwart und Zukunft.
„Geschichte im Schloss“ ist eine Veranstaltungsreihe des Museums Wolfenbüttel
in Zusammenarbeit mit dem Institut für Geschichtswissenschaft der TU Braunschweig.
An historischem Ort, dem Wolfenbütteler Schloss, soll über Geschichte berichtet, diskutiert oder gestritten werden.

Sonderausstellung vom 11. März – 17. September 2017

„Kostbarkeiten aus Sand und Asche – entstanden im Herzogtum Braunschweig-Wolfenbüttel“

Flyer Glasausschnitt

Dünnwandige Gläser waren im Barock begehrte und kostbare Objekte und ein wichtiger Teil prunkvoller höfischer Tafelkultur. Wurden diese Kostbarkeiten aus Sand und Asche für den Hof bis ins 17. Jahrhundert noch vornehmlich in Venedig gefertigt, so lieferte im 18. Jahrhundert die Schorborner Glashütte bedeutende Gläser an den Braunschweiger Hof. Keine andere Glashütte des oberen Weserraumes verfügte in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts und im beginnenden 19. Jahrhundert über eine vergleichbare Form- und Gestaltungsvielfalt wie die Hütte am Schorbornsteich und ihre Filiationen in der Umgebung. Pokale, Kelche, Bouteillen, Gebrauchsgläser, Gläser mit farbiger Emaille-Bemalung, Apparate und Medizingläser sowie Geschirr – die Glasmacher entfalteten eine breite Kreativität und hohe Produktivität. Zusammen mit den Tochterhütten Pilgrimsteich (1775), Mühlenberg (1783), Mecklenbruch (1799) und Holzen sowie der Spiegelglashütte in Grünenplan im Hils (1744) deckten die Glashütten des Braunschweiger Weserdistrikts den gesamten Glasbedarf im Fürstentum Braunschweig.

Das Schloss Museum Wolfenbüttel präsentiert in der Ausstellung „Kostbarkeiten aus Sand und Asche – entstanden im Herzogtum Braunschweig-Wolfenbüttel“ kostbare Gläser aus den Glashütten der Weserregion. Von unterschiedlich geschliffenen und geschnittenen Pokalen für den Hof, bis hin zu einfachen Gebrauchsgläsern und Flaschen, wird das Spektrum der Glasproduktion im 18. und 19. Jahrhundert im Herzogtum Braunschweig-Wolfenbüttel präsentiert.

Seltene Ausstellungsstücke aus öffentlichen und privaten Sammlungen werden im Schloss Museum zum ersten Mal der Öffentlichkeit gezeigt.

Die Ausstellung ist in Zusammenarbeit mit der Arbeits- und Forschungsgruppe Schorborn entstanden.

“Geschichte im Schloss”

 Flyer Geschichte im Schloss Sommersemester-001

 

Die Vortragsreihe „Geschichte im Schloss“ wird in diesem Semester fortgesetzt unter dem Titel „Kunstwerke als Zeitdokumente“.

Kunstwerke vermitteln Geschichtsbilder und öffnen Fenster zu multiplen Vergangenheiten. Vor allem aber sind sie Dokumente, die von der Zeit ihrer Entstehung berichten und von der Gesellschaft erzählen, in deren Mitte oder an deren Rändern sie produziert wurden. Zudem lassen sie sich als autobiografisch politische Zeugnisse interpretieren, als Gegenstände eines Dialogs zwischen Menschen und Zeiten.

Die Vortragsreihe „Geschichte im Schloss“ – eine Kooperation des Museums Wolfenbüttel mit dem Institut für Geschichtswissenschaft der TU Braunschweig – behandelt in diesem Semester sowohl Kunstwerke, die uns etwas vom Grundton und Nachklang einer Epoche verraten, als auch individual- und alltagsgeschichtliche Zeugnisse, die unmittelbar Menschliches Allzumenschliches  berühren.

Dienstag, 23. Mai, 19 Uhr – Schloss Wolfenbüttel
„Kunstvolle gläserne Zeitdokumente”
Prof. Dr. Matthias Heintzen, Wolfenbüttel

Dienstag, 6. Juni, 19 Uhr – Schloss Wolfenbüttel
„Jungs, stellt euch da hin und hisst die Flagge“
Jewgeni Chaldej und Robert Capa als Kriegsfotografen
Prof. Dr. Matthias Steinbach, Braunschweig

Dienstag, 13. Juni, 19 Uhr – Schloss Wolfenbüttel
„Tod und Verklärung“ – Das Professorengrab als Zeitdokument
Prof. Dr. Folker Reichert, Heidelberg

Dienstag, 27. Juni, 19 Uhr – Schloss Wolfenbüttel
Zwischen Eitelkeit und politischem Statement – Dynastische und bürgerliche Selbstdarstellung in Öl und Stein
Dr. Sandra Donner, Wolfenbüttel

Dienstag, 4. Juli, 19 Uhr – Schloss Wolfenbüttel
„Von der Spiegelgasse in den Kreml“
Lenins Reise nach Russland 1917 – Szenische Lesung und Buchpräsentation
Prof. Dr. Matthias Steinbach und Studierende der TU Braunschweig

 Kunstwerke als Zeitdokumente

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Sonderausstellung vom 28. Oktober 2016  – 15. Januar 2017

Markus Lüpertz – Ein Denkmal für Wilhelm Busch

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Markus Lüpertz zählt ohne Zweifel zu den bedeutendsten zeitgenössischen Künstlern Deutschlands. Seine Werke sind in zahlreichen großen Sammlungen im In- und Ausland vertreten. Der Maler, Grafiker und Bildhauer Markus Lüpertz schöpft die Motive seines vielfältigen Werks aus der Auseinandersetzung mit der deutschen Geschichte und der Tradition der Moderne.

Wilhelm Busch (1832-1908) war Dichter, Humorist, Satiriker, Zeichner, Maler und ist bis heute einer der bekanntesten Künstler Deutschlands. Seine satirischen Bildergeschichten sind volkstümlich und zugleich beißende Gesellschaftskritik, die mit Selbstzufriedenheit und zweifelhaften Moralauffassungen abrechnet.

Der „Spötter“ Wilhelm Busch war aber nicht nur der erfolgreiche Zeichner, der zu Weltruhm gelangte, er war auch ein Gescheiterter. Sein Versuch, sich als ernsthafter Maler zu etablieren, scheiterte an seinen eigenen Maßstäben – eine Niederlage, die er nie verwunden hat.

Markus Lüpertz greift genau diese Perspektive auf Wilhelm Busch auf und  hat eine Skulptur geschaffen, die seinen Genius als Maler porträtiert. Auf Initiative und mit Unterstützung der Curt Mast Jägermeister Stiftung und der Unternehmerfamilie Mast ist es gelungen, das Projekt „Lüpertz trifft Busch“ zu realisieren: Ein Denkmal für Wilhelm Busch.

Neben verschiedenen Entwurfsmodellen und Zeichnungen zu Wilhelm Busch präsentiert das Schloss Museum in dieser Ausstellung die Werkzyklen „Arkadisches Manifest“ und „Arkadien“ von Markus Lüpertz.

Sonderausstellung vom 17. Juni – 04. September 2016

Günther Uecker – Huldigung an Hafez

Bild Plakat Uecker

„Erfüllt vom Klang der Poesie, von Hafez, tief in der Seele angerührt, beschwingt durch die lebensvolle Kraft der Wörter, im Taumel tanzen die Gedanken, in den Beschreibungen, den Dichter auf seinen Wegen zu begleiten, die Wörter werden zu Farben, bekränzen ihn und seine wundersamen Verse…“

Diese Worte stellt Günther Uecker seinem Werkzyklus “Huldigung an Hafez” voran. Inspiriert von den Versen des persischen Dichters Hafez, lässt Günther Uecker, einer der wichtigsten Vertreter der deutschen Gegenwartskunst, in diesem Projekt aus Worten Bilder werden.

Nach Stationen in Shiraz und Teheran (Iran) präsentiert das Schloss Museum Wolfenbüttel in Zusammenarbeit mit der Galerie Breckner Düsseldorf die Ausstellung GÜNTHER UECKER – HULDIGUNG AN HAFEZ zum ersten Mal in Deutschland.

Auf Wunsch des Künstlers und mit Unterstützung der Unternehmerfamilie Mast wird der Werkzyklus in Wolfenbüttel gezeigt.

 “Geschichte im Schloss”Geschichte im Schloss Ausschnitt

BILDUNGSGÄNGE UND BILDUNGSCHANCEN –

GESTERN UND HEUTE

 

Am 15. Mai 1866 initiierte der “Verein für Erziehung” einen Kindergarten und eine Elementarklasse im Wolfenbütteler Schloss. Seit 150 Jahren wird in der ehemaligen Welfenresidenz gelehrt und gelernt, gebildet und geschult. Aus diesem Anlass blickt die Reihe „Geschichte im Schloss“ im Sommersemester 2016 auf „Bildungswege und Bildungschancen – gestern und heute“.

Geschichte im Schloss 2016 Programm

Sonderausstellung  vom 13. November 2015 – 22. Mai 2016

Wolfenbüttel in den 50er & 60er Jahren

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Deutschland in den 50er und 60er Jahren ist ein Land des Aufbruchs, des Umbruchs – nur die Zukunft im Blick und die Vergangenheit verdrängend. Nach der deutschen Katastrophe und den Jahren der Not, Flucht und Vertreibung hat der wirtschaftliche und politische Wiederaufbau in beiden deutschen Staaten längst begonnen – wenn auch mit unterschiedlichem Erfolg.

Wolfenbüttel in den 50er und 60er Jahren ist eine Stadt zwischen ungebrochener Tradition und vorsichtigem Aufbruch. Man fährt nicht mehr Straßenbahn und schwimmt nicht mehr in der Oker. Jetzt fährt man Käfer und isst das erste italienische Eis bei Toscani in der Langen Straße.

Mit der Ausstellung „Wolfenbüttel in den 50er und 60er Jahren“ möchte das Museum Schloss Wolfenbüttel auf eine Zeit großer Umwälzungen und Veränderungen zurückblicken. Die Vergangenheit Wolfenbüttels steht dabei genauso im Blickpunkt wie die deutsche Geschichte dieser bewegenden und bewegten Jahre.

Bunt, adrett, spießig, schillernd, eng, altmodisch, fleißig, wild und noch viel mehr …. all das sind die 50er und 60er Jahre.

Flyer Ausstellung

Sonderausstellung vom 20. Mai – 04. Oktober 2015

Der Weg zur deutschen Einheit

Eine Ausstellung der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur und des Auswärtigen Amts

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2015 jährt sich die Wiedervereinigung Deutschlands zum 25. Mal. Aus diesem Anlass geben die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur und das Auswärtige Amt eine Ausstellung heraus. Deren Texte sowie über 150 Fotos und Faksimiles beschreiben, wie die Friedliche Revolution in der DDR die Frage der deutschen Einheit unverhofft  auf die Tagesordnung der deutschen und internationalen Politik setzte. Die Schau widmet sich dabei gleichermaßen der innerdeutschen Entwicklung wie den diplomatischen Verhandlungen, die am 3. Oktober 1990 die Wiedervereinigung ermöglichten.

Dank einer Kooperation mit dem Projekt Gedächtnis der Nation sind in der Ausstellung 18 Videopodcasts mittels QR-Codes abrufbar, in denen Zeitzeugen auf die ereignisreiche Entwicklung im Jahr 1990 zurückblicken.

Ergänzend zur Ausstellung „Der Weg zur deutschen Einheit“, die von der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur und dem Auswärtigen Amt konzipiert und herausgegeben wurde, zeichnet das Museum Schloss Wolfenbüttel den Weg zur deutschen Einheit in Wolfenbüttel und Umgebung nach.

Wie erlebten die Menschen die Jahre 1989 und 1990 in dieser Region direkt an der deutsch-deutschen Grenze? Anhand von ausgewählten Objekten, Filmmaterial, Interviews und Berichten von Zeitzeugen wird auf diese bewegenden und prägenden Monate zwischen Mauerfall und deutscher Einheit zurückgeblickt. Kollektive Erfahrungen deutscher Geschichte werden genauso präsentiert wie ganz persönliche Momente individuellen Erlebens.

 

Geschichte im Schloss Mai –  Juli 2015

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Geschichte ist nicht nur historischer Ablauf, sondern steht auch für die Betrachtung des Geschehenen im Gedenken, Erzählen und Deuten.

Geschichte ist kein abgeschlossenes Kapitel der Vergangenheit, sondern prägender Einfluss und wichtige  Orientierung für Gegenwart und Zukunft.

„Geschichte im Schloss“ ist eine neue Veranstaltungsreihe im Museum Schloss Wolfenbüttel  in Zusammenarbeit mit dem Historischen Seminar der TU Braunschweig. An historischem Ort, dem Wolfenbütteler Schloss, soll über Geschichte berichtet, diskutiert oder gestritten werden.

Begleitend zur Ausstellung veranstaltet das Museum Schloss Wolfenbüttel in Zusammenarbeit mit dem Historischen Seminar der TU Braunschweig eine Vortrags- und Veranstaltungsreihe  unter dem Titel „Geschichte im Schloss“.

Dienstag, 19. Mai, 19.00 Uhr – Schloss Wolfenbüttel „Die Wende und der Westen“ | Vortrag

Dienstag, 26. Mai, 19.00 Uhr – Schloss Wolfenbüttel „Geschichten vom Ende der Welt – Streifzüge im Zonenrandgebiet“ | Film und Vortrag

Dienstag, 9. Juni, 19.00 Uhr – Schloss Wolfenbüttel „Partner in Ost und West“ – Die Städtepartnerschaft Blankenburg-Wolfenbüttel | Podiumsdiskussion

Dienstag, 23. Juni, 19.00 Uhr – Schloss Wolfenbüttel „Aufbau Ost und der Westen“ | Podiumsdiskussion

Dienstag, 7. Juli, 19.00 Uhr – Schloss Wolfenbüttel „Der Fall Hodler – Krieg um ein Gemälde 1914 – 1919“ | Szenische Lesung

 

Sonderausstellung vom 14. November 2014 – 12. April 2015 Achtung Hochspannung - Kopie2

 Kurzfilm zur Ausstellung: https://vimeo.com/116432265 (TV38).

Die Besucher können auf eine Entdeckungsreise durch die frühe Zeit der Elektrizitätsforschung gehen, die vor mehr als 200 Jahren begann und in der Ausstellung durch interessante Experimente anschaulich dargestellt wird. Zahlreiche Stationen laden zum Ausprobieren ein, so zum Beispiel funkenschlagende Elektrisiermaschinen. Auch an Magneten und Morseapparaten können die Erkenntnisse der frühen Forscher und Entdecker besonders beeindruckend nachvollzogen werden.

Unser heutiger Alltag ist ohne Elektrizität kaum noch vorstellbar. Ob Beleuchtung, Verkehr, Kommunikation, im gesamten Wirtschaftsleben und natürlich in jedem einzelnen Haushalt bestimmen unendlich viele Anwendungsmöglichkeiten den Alltag. Erst zwischen 1800 und 1880 gelang der Durchbruch dieser Technologie, die ein neues Zeitalter einläutete – das Zeitalter der Elektrotechnik.

Bereits antike Gelehrte hatten entdeckt, dass ein Bernstein (griechisch: Elektron), wird er an einem Fell gerieben, kleine Teilchen, wie Staub oder Federn anzieht. Dieses Phänomen war eine wichtige Erkenntnis für die Geschichte der Elektrizität. Ab Mitte des 17. Jahrhunderts entwickelte man einfache Elektrisiermaschinen, die Funken erzeugen konnten. Diese neuen elektrischen Effekte wurden auf Jahrmärkten und in den Salons der vornehmen Gesellschaft zur Belustigung und Unterhaltung vorgeführt So traf ahnungslose Zeitgenossen z.B. überraschend ein elektrischer Schlag, seine Haare standen ab oder seine Muskeln zuckten.

Es war der Staatsmann und Wissenschaftler Benjamin Franklin (1706-1790), der mit einem lebensgefährlichen Versuch den Nachweis führte, dass Gewitterblitze ein elektrisches Phänomen sind. Er ließ während eines Gewitters einen Drachen steigen.  Es gelang ihm von einem Metallschlüssel, der an der elektrisch leitenden, feuchten Schnur, befestigt war, Funken zu ziehen. Diese Entdeckung gab den Ausschlag für seine Erfindung- den Blitzableiter.

Den Durchbruch für die Stromerzeugung markierte im Jahr 1800 Allessandro Volta (1745-1827). Mit Hilfe unterschiedlicher Metallplatten und salzwassergetränkten Filzscheiben gelang es erstmals beständigen Gleichstrom zu erzeugen – die Batterie war erfunden. Um 1840 revolutionierte dann der elektrische Telegraf die Nachrichtenübermittlung.

Schließlich war es 1866 Werner von Siemens (1816-1892) der das dynamo-elektrische Prinzip entdeckte und den ersten leistungsfähigen Stromgenerator konstruierte. Dieser Generator konnte mit geringen Änderungen auch umgekehrt als kraftvoller Motor eingesetzt werden.

Jetzt war der Verwendung von Strom für jegliche Art von Gerät oder Maschine keine Grenze mehr gesetzt. Ob Straßenbeleuchtung, Straßenbahnen, Edisons Glühlampen, Arbeitsmaschinen aller Art und sogar die ersten Autos, alles konnte mit Strom betrieben werden. Immer neue Erfindungen und Entdeckungen folgten, die bis heute mit den Namen berühmter Forscher verbunden sind.

Während elektrisches Licht schnell Verbreitung fand, wurde in den meisten Haushalten noch lange in herkömmlicher Weise gekocht, gebügelt und gewaschen. Erst mit dem steigenden Wohlstand der 1940er und 50er Jahre fanden elektrische Haushaltsgeräte aller Art reißenden Absatz. Staubsauger, Waschmaschine, Elektroherd, um nur einige aufzuzählen – für uns heute eine Selbstverständlichkeit – bedeuteten damals eine enorme Arbeitserleichterung im Haushalt.

Die in der Ausstellung gezeigten unterschiedlichen elektrischen Geräte und ihre nichtelektrischen Vorgänger lassen Erinnerungen wach werden an die Mühsal der Arbeit ohne Strom.

Die Ausstellung entführt Erwachsene und Kinder in die interessante Welt der Elektrizität und thematisiert deren Bedeutung für unser heutiges Leben.

Die Präsentation wurde vom Museum Rinteln konzipiert und gestaltet.

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Sonderausstellung vom 14. September – 02. November 2014

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„… das bedeutet Blut“ sagte die Frau weinend, als sie das rote Plakat am Hornburger Rathaus sah, das den kaiserlichen Befehl zur Mobilmachung bekannt gab. Nur wenige ahnten am 1. August 1914 was die  Zukunft, die Jahre des Ersten Weltkrieges, bringen sollten. Nationalstolz und  Siegeswille prägten allerorts die Atmosphäre der Monate Juli und August 1914. Zum Kampf für Kaiser und Vaterland meldeten sich Tausende freiwillig zu den Waffen. Auch in Wolfenbüttel wurde die „Erklärung des Kriegszustandes“, die am späten Nachmittag des 31. Juli 1914 verkündet wurde,  mit patriotischer Euphorie aufgenommen und bejubelt. Doch schon bald folgten den siegesgewissen Tagen der Mobilmachung im August 1914 Zeiten der Not und des Leidens an der Front und daheim. Sehr schnell war der Krieg auch in Wolfenbüttel angekommen und spätestens als Anfang September die ersten Verwundeten in der Stadt eintrafen, erwachte eine Ahnung, dass der im Vorfeld öffentlich verkündete „schnelle Sieg“ und die „deutsche Überlegenheit“ Wunschdenken und nicht Realitätssinn entsprachen.

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Auszug der Soldaten aus Wolfenbüttel, Lange Herzogstraße, August 1914.

Nationale und regionale Zeitungen hatten seit dem Attentat von Sarajewo in allen Berichten keinen  Zweifel  an der deutschen Siegesgewissheit aufkommen lassen. Wie nie zuvor wurde der Krieg ein mediales Ereignis, über das täglich in Zeitungen und Extrablättern berichtet wurde und das durch Fotografien und Filme überall betrachtet werden konnte.   Im Ersten Weltkrieg diente die Fotografie auf allen Seiten militärischen und propagandistischen Zwecken. Zum ersten Mal in einem Krieg wurden aber auch millionenfach Privatbilder zur persönlichen Erinnerung oder zur Veranschaulichung des Frontlebens für die Familie aufgenommen.

Ankunft vor dem Lazarett im Logenhaus.

Ankunft vor dem Lazarett im Logenhaus.

Die Ausstellung  „… das bedeutet Blut“ – Wolfenbüttel und der Erste Weltkrieg  im Museum Schloss Wolfenbüttel stellt das Kriegsjahr 1914 in den Mittelpunkt der Betrachtung. Anhand der Berichterstattung des Wolfenbütteler Kreisblattes sollen die Geschehnisse der Monate Juni bis Dezember 1914 dargestellt und  der Weg von überheblicher Kriegsbegeisterung über  verblassende Euphorie zu schrecklichem Alltag  nachgezeichnet werden.  Die umfangreichen Fotobestände des Museums Schloss Wolfenbüttel sind bei diesem Projekt von zentraler Bedeutung und vermitteln eindrucksvoll die Gesichter des Krieges. Feldpostkarten aus Beständen des Museums Schloss Wolfenbüttel zeigen ein weiteres Bild des Ersten Weltkrieges, in dem auch ein harmlos wirkendes Motiv einer Postkarte ein propagandistisches Mittel war. Ergänzt wird die Ausstellung durch Fotografien, Archivalien und Objekten aus Privatbesitz, die zum ersten Mal der Öffentlichkeit präsentiert werden.

Im Begleitprogramm zur Sonderausstellung  wird in Form von Lesungen einerseits die zeitgenössische Berichterstattung der Wolfenbütteler Presse präsentiert, mit Auszügen aus Feldpostbriefen Wolfenbütteler Soldaten soll andererseits das direkte Erleben des Krieges  dargestellt werden. Die Termine der Lesungen werden noch bekanntgegeben.

Sonderausstellung vom 09. Mai – 05. Oktober 2014

Sonderausstellung

HERZOG ANTON ULRICH
VON BRAUNSCHWEIG WOLFENBÜTTEL

Das 300. Todesjahr Herzog Anton Ulrichs nimmt unsere Stadt zum Anlass, mit einem Themenjahr an diesen herausragenden Regenten zu erinnern.

Im Zentrum dieses Themenjahres steht das Museum Schloss Wolfenbüttel, das in seinen Räumen die große Sonderausstellung „Die Sonne im Norden“ präsentiert.

Herrscher im Zeitalter des Absolutismus stellten sich gern in der Rolle eines antiken Gottes oder Helden dar. Beredtes Zeugnis dieses Brauches bietet der französische König Ludwig XIV., der sich selbst als „Sonnenkönig“ inszenierte. Dem französischen Vorbild folgend verkörperte auch der Wolfenbütteler Welfenherzog Anton Ulrich seit seiner Kavalierstour 1655 nach Paris Phoebus-Apollon, den römisch-antiken Gott der Dichtkunst, der Musik und Künste sowie des Lichts – also der Sonne. Im Salzdalumer Schlossgarten stand der antike Musen-und Sonnengott im Zentrum. Als Landessonne wurde der Welfenherzog in verschiedenen Lobgesängen und bildlichen Darstellungen des Hofes und der Landeskinder verehrt, z. B. auf Medaillen und auf dem Deckenbild der ehemaligen Wolfenbütteler Bibliotheksrotunde. In seiner Person bilden Gegensatzpaare Einheiten: Die wärmende und Wachstum schenkenden Sonne bestrahlt den eher kühlen Norden. Dieses drückt sich in dem geheimnisvollen Ausstellungstitel „Die Sonne im Norden“ aus.

Herzog Anton Ulrich zu Braunschweig und Lüneburg, 1633-1714.

Herzog Anton Ulrich zu Braunschweig und Lüneburg, 1633-1714.

Das Schloss Wolfenbüttel ist der einzige erhaltene authentische Lebens- und Wirkungsort des Herzogs und präsentiert innerhalb der Ausstellung das sogenannte Herzogappartement, das ehemalige Staatsappartement Herzog Anton Ulrichs, ergänzt um die restaurierten Räume der Galerie und des Konferenzkabinetts.

Braune Galerie im Staatsappartement,  Foto: Thomas Sing.

Braune Galerie im Staatsappartement, Foto: Thomas Sing.

Die weiteren Teile der Ausstellung sind ganz dem Leben und Wirken des Welfenherzogs gewidmet. Geboren als dritter Sohn Herzog Augusts, wurde Anton Ulrich nicht systematisch auf die Thronfolge vorbereitet. Seine  Erziehung und Ausbildung förderte in hohem Maß die musische Begabung des Prinzen, auch die obligatorische Kavaliersreise mit dem Ziel Paris berücksichtigte dieses Interesse. Tief beeindruckt vom Hofleben und der modernen Architektur in Paris kehrte er nach Wolfenbüttel zurück und blieb ein Leben lang „französisch gesinnt“.
Nach dem Regierungsantritt seines Bruders, Herzog Rudolf August, wurde Anton Ulrich 1667 zunächst Statthalter, seine Begabung und sein politisches Engagement machten ihn aber defacto schon in diesen Jahren zum Mitregenten. Offiziell wurde er 1685 zum Mitregenten ernannt und schließlich von 1704 bis zu seinem Tod,  im Jahr 1714, Alleinregent des Fürstentums.
Die politische Diplomatie im europäischen Spiel der Mächte auf der einen Seite und die Förderung und Liebe zu Kunst, Kultur und Architektur auf der anderen Seite waren die Dominanten, die Anton Ulrichs Leben und seine Regentschaft bestimmten.
Machtbewusst, ehrgeizig, diplomatisch und intrigierend präsentiert sich der Politiker Anton Ulrich, der stets versuchte, die Interessen seines Landes zu behaupten und seine Macht zu erweitern. Entschlossen trat er dem Machtstreben seines Vetters Ernst August von Hannover entgegen, verbündete sich mit Frankreich unter Ludwig XIV. und betrieb damit eine riskante Politik, die zeitweise sogar die Existenz seines Landes in Gefahr brachte.
Durch eine überaus geschickte Heiratspolitik konnte Anton Ulrich Beziehungen zum russischen Zarenhof und dem kaiserlichen Wien knüpfen. So bekam das politische Wirken Anton Ulrichs europäische Dimensionen.
Innovativ und ideenreich war der Bauherr Anton Ulrich, der verantwortlich war für die Errichtung der Opernhäuser in Wolfenbüttel und Braunschweig, die Neugestaltung der Herzoglichen Appartements im Wolfenbütteler Schloss, den Bau des Lustschlosses Salzdahlum und der Wolfenbütteler Bibliotheksrotunde.

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Jacob Wilhelm Heckenauer, Prospekt des Lustschlosses und Garten zu Salzdahlum, Radierung, um 1705/06

 

Lesesaal der fürstlichen Bibliothek um 1714, Rekonstruktion 2014.

Lesesaal der fürstlichen Bibliothek um 1714, Rekonstruktion 2014.

Das Schloss Salzdahlum und die Wolfenbütteler Bibliothek – beide Bauten sind nicht mehr  erhalten – stehen für die bestimmenden Ideen in Herzog Anton Ulrichs Denken und Leben, beeindruckende äußere Repräsentanz verbunden mit großem Kunstverständnis und leidenschaftlichem Interesse an Innovation und Bildung. Auch die Tatsache, dass sowohl der Besuch des Schlosses als auch die Nutzung der Bibliothek nicht nur der höfischen Gesellschaft vorbehalten waren,  sondern für alle öffentlich zugänglich, zeigt, dass Anton Ulrich kein typischer Vertreter eines barocken Herrschers war.